Aktuelle Entwicklung der Getreidemärkte
Nach einer Phase von für Landwirte und Handel enttäuschenden Preisen, setzten während der Ernte erneut heftige Turbulenzen mit großen Preissprüngen am Getreidemarkt ein. Was sind die Gründe und wie sind die Aussichten für die weitere Entwicklung?
Nach einer Phase von für Landwirte und Handel enttäuschenden Preisen, setzten während der Ernte erneut heftige Turbulenzen mit großen Preissprüngen am Getreidemarkt ein. Was sind die Gründe und wie sind die Aussichten für die weitere Entwicklung?
Schätzungen: Nachfrage größer als Produktion
Auch zu Beginn des heurigen Jahres sah alles nach einer neuerlich sehr guten Ernte und einem weiteren Lagerbestandaufbau aus. Exzessiver Regen in Kanada, Frühjahrstrockenheit in Nordeuropa und eine Hitzewelle in Gesamteuropa führten jedoch zu drastischen Rücknahmen in den Ernteschätzungen. Das US-Landwirtschaftministerium geht in seiner Schätzung per Mitte Juli davon aus, dass in der Saison 2010/11 die Nachfrage die Produktion um 15 Millionen Tonnen übersteigen wird. In dieser Schätzung sind jedoch die neuesten Informationen noch nicht enthalten: In Russland erwartet man mittlerweile immer größere Ernteausfälle. Nach den Schätzungen privater Institutionen soll die Ernte sogar nicht einmal den Inlandsbedarf decken. Dies hat zu einem temporären Exportstopp bis Jahresende geführt. Der völlige Ausfall eines der größten Getreide-Exporteure hätte schwerwiegende Nachwirkungen auf die Märkte, ist aber heute noch nicht einschätzbar. Die Furcht vor weiteren Barrieren reicht aber aus, um die ohnehin angeheizte Stimmung an den Getreidemärkten weiter anzufeuern: Die Notierung für Weizen an der Warenterminbörse in Paris (Euronext) erreichte am 5. August mit 223,5 Euro pro Tonne für den Novembertermin ihren bisherigen Höchststand (siehe Grafik).
Andererseits sprechen aber harte Fakten für eine Stabilisierung der Versorgung: Die USA melden bei Getreide sehr hohe Erträge mit guten Qualitäten und erwarten bei Mais eine Rekordernte; Die ersten Ergebnisse der deutschen und französischen Ernte sind besser als die zuletzt geäußerten Befürchtungen; Australien hat bisher gute Niederschläge erhalten und rechnet mit einem guten Erntepotenzial. Gemessen an vergleichbaren Situationen in den Vorjahren liegen die Preise per Ende Juli auf einem sehr hohen Niveau. Ohne weitere böse Überraschungen sollte sich daher der Markt wieder etwas abkühlen.
Andererseits sprechen aber harte Fakten für eine Stabilisierung der Versorgung: Die USA melden bei Getreide sehr hohe Erträge mit guten Qualitäten und erwarten bei Mais eine Rekordernte; Die ersten Ergebnisse der deutschen und französischen Ernte sind besser als die zuletzt geäußerten Befürchtungen; Australien hat bisher gute Niederschläge erhalten und rechnet mit einem guten Erntepotenzial. Gemessen an vergleichbaren Situationen in den Vorjahren liegen die Preise per Ende Juli auf einem sehr hohen Niveau. Ohne weitere böse Überraschungen sollte sich daher der Markt wieder etwas abkühlen.
Erste Bestandsaufnahme der Ernte in Österreich
Die Ernteprognosen für Österreich mussten, ebenso wie für die Weltgetreideernte, gegenüber den ersten Schätzungen deutlich nach unten revidiert werden. Aus heutiger Sicht ist bestenfalls mit durchschnittlichen Erträgen zu rechnen. Besonders schlechte Ergebnisse weist nur die Ernte bei Sommer-Braugerste auf. Einzelne Sorten haben dem Krankheitsdruck infolge der hohen Niederschläge im Frühjahr nicht standgehalten. Schlechte Erträge und geringe Braugerste-Ausbeute waren die Folge. Dem Vernehmen nach sollen aber noch erhebliche unverkaufte Malz-Bestände auf Lager liegen. Ohne diese Überhangmengen könnte die Inlandsversorgung keinesfalls sichergestellt werden und die österreichischen Brauer wären (nach langer Zeit erstmals wieder) auf Importe angewiesen. Bei Weizen weisen die ersten Qualitätsergebnisse auf eine gute Proteinverteilung hin. Für österreichisches Getreide sollten zur Vermarktung auf den Inlandsmärkten und im Export daher gute Chancen, allerdings bei extrem volatilen Preisen, bestehen. Selbst heftige Preiseinbrüche in einem spekulativ überhitzten Markt können nicht ausgeschlossen werden. Aus Sicht der Landwirte bietet daher das Pool-Vermarktungsmodell der Raiffeisen Lagerhäuser den besten Mix aus Sicherheit und Umsetzung der Markt-Chancen durch Profis.
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