Was können Österreichs Bauern?
Die Zukunft der EU-Agrarpolitik und damit der Landwirtschaft sorgt unter Österreichs Bauern für heftige Diskussionen. Unser Land machte den Reality-Check. Österreichs Landwirtschaft steigt dabei nicht schlecht aus.
Österreichs Bauern tun sich derzeit schwer, ihre Zuversicht zu bewahren. Im Vorfeld der Reform der Agrarpolitik gehen mitunter die Wogen hoch. Auch wenn die Pläne noch alles andere als ausgekocht und die Budgeteinsparungen noch nicht ausgemacht sind, steht fest, dass die Landwirtschaft auf dem Prüfstand steht. Stimmt, was aus Wien und Brüssel zu hören ist, dann wird alles hinterfragt, jede Maßnahme überprüft und dreimal unter jeden Euro geschaut, der in Österreichs Landwirtschaft fließt. Wie das für Österreichs Bauern wirklich ausgehen wird, ist noch offen, was auf sie zukommt ebenso. Die Gegenüberstellung von Soll und Haben zeigt aber, dass es keinen Grund gibt, die Hoffnung auf eine Zukunft der heimischen Landwirtschaft fahren zu lassen.
Produktionsleistung: Internationale Spitze
Österreichs Bauern brauchen mit ihren Leistungen in den Ställen und auf den Feldern keinen Vergleich zu scheuen. Mit durchschnittlichen Weizenerträgen von knapp 5.000 Kilogramm pro Hektar ist man international vorne dabei, und mit den Spitzenerträgen von 8.000 bis 10.000 Kilogramm, wie sie in den Gunstlagen erzielt werden, erst recht. Bei Mais und den meisten anderen Feldfrüchten ist es kaum anders. Auch in der Tierhaltung zählen die Leistungen der österreichischen Bauern zur internationalen Spitze.
Fazit: Von der Leistungsfähigkeit her braucht sich Österreichs Landwirtschaft nicht zu verstecken. Die Bauern sind gut und können was!
Fazit: Von der Leistungsfähigkeit her braucht sich Österreichs Landwirtschaft nicht zu verstecken. Die Bauern sind gut und können was!
truktur: Der größte Hemmschuh
Die Betriebsgrößen, die Betriebsstruktur und die Produktionsbedingungen, unter denen die meisten Bauern arbeiten müssen, sind der größte Hemmschuh für die heimische Landwirtschaft. Mit durchschnittlich knapp 20 Hektar und 80 Prozent der Betriebe im Berggebiet oder im benachteiligten Gebiet hat man es gegen die internationale Konkurrenz schwer. Die Bauern leiden darunter, weil sie darauf keinen Einfluss haben. Und diese strukturellen Nachteile machen ihnen Angst. Fazit: Die Struktur bleibt das größte Problem der österreichischen Landwirtschaft. Erst recht, wenn es in Zukunft wirklich weniger Geld für Ausgleichszahlungen und Förderprogramme geben sollte. Die Betriebsgrößen, die Betriebsstruktur und die Produktionsbedingungen, unter denen die meisten Bauern arbeiten müssen, sind der größte Hemmschuh für die heimische Landwirtschaft. Mit durchschnittlich knapp 20 Hektar und 80 Prozent der Betriebe im Berggebiet oder im benachteiligten Gebiet hat man es gegen die internationale Konkurrenz schwer. Die Bauern leiden darunter, weil sie darauf keinen Einfluss haben. Und diese strukturellen Nachteile machen ihnen Angst.
Fazit: Die Struktur bleibt das größte Problem der österreichischen Landwirtschaft. Erst recht, wenn es in Zukunft wirklich weniger Geld für Ausgleichszahlungen und Förderprogramme geben sollte.
Fazit: Die Struktur bleibt das größte Problem der österreichischen Landwirtschaft. Erst recht, wenn es in Zukunft wirklich weniger Geld für Ausgleichszahlungen und Förderprogramme geben sollte.
Förderung: In Österreich ausgereizt?
Mit der Struktur ist das Thema Förderung eng verbunden. Österreich gehört dabei zu den europäischen Spitzenreitern. Obwohl die rund 180.000 Betriebe nur 1,2 Prozent aller Betriebe in der EU ausmachen, erhalten sie 2,6 Prozent der europäischen Agrargelder. Bei den Geldern für Umweltprogramme liegt Österreich Anteil sogar bei 4,4 Prozent. Das Thema hat freilich zwei Seiten. Alles in allem gerechnet, kommen fast drei Viertel des Einkommens eines österreichischen Bauern nicht aus dem Verkauf der Produkte, sondern aus öffentlichen Töpfen im eigenen Bundesland, in Wien oder in Brüssel. Fazit: Das Thema Förderung ist in der österreichischen Landwirtschaft ausgereizt wie kaum sonst wo. In der Vergangenheit wurden alle anstehenden Agrar-Probleme mit zusätzlichem Geld gelöst. Darauf kann man jetzt nicht mehr hoffen. Man muss aber im Gegenzug auch nicht befürchten, dass es nichts mehr für die Landwirtschaft gibt. Freilich: Vieles von dem, was in Zukunft europäische Agrarpolitik wird, hat Österreich schon bisher stark genutzt. Das schränkt den Spielraum ein.
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